Medienberichte über den Laufsport-Bereich von rogerkaufmann.ch
 

Medienberichte

Auf dieser Seite sind einige der in den Medien erschienenen Berichte über den Laufsport-Bereich der Homepage rogerkaufmann.ch zu finden. Aufgrund des steigenden Medieninteresses in letzter Zeit ist es nicht mehr möglich, sämtliche Berichte hier aufzuschalten.
   - 13. September 2011: [html] Uster dominiert am Basler Staffel-Marathon. Artikel im Zürcher Oberländer.
   - 3. November 2010: [html] Der Zahlendoktor. Portrait im FIT for LIFE.
   - 29. Dezember 2009: [html] Der Marathon des Sportpropheten.  Artikel im Zürcher Oberländer.
   - 7. Dezember 2009: [html] Traumpaar Mathematik und Sport.  Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung.
   - 26. März 2009: [pdf] Die Schweiz als «Wunderland» von Erlebnisveranstaltungen.  Artikel im Fit for Life.
   - 16. Februar 2009: [pdf] Sprayende Geisterfahrer im Tunnel.  Artikel im Tages Anzeiger.
   - 16. Februar 2009: [html] [pdf] Präzisionsarbeit auf dem Velosattel.  Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung.
   - 16. Februar 2009: [html] Hohe Ansprüche an die Distanzmessung.  Artikel im FitForLife.
   - 18. November 2008: [pdf] «Mir macht das alles einfach Spass»  Artikel im Tages Anzeiger.
   - 30. Oktober 2006: 38.5 Zentimeter Richtung Uster. Bericht in run+athletics.
   - 14. Juli 2006: Schweizer Firmenlauf: Swiss Life-Mitarbeitende gewinnen die Mannschaftswertungen. Bericht auf dem Intranet von Swiss Life.
   - 28. Juni 2006: "Ich habe noch nie aufgegeben". Interview in der Juli/August Doppelnummer des Gesundheits-Tipps.
   - 29. Mai 2006: [pdf] Der erste Marathon. Porträt in der ETH Alumni Zeitschrift Connect.
   - 26. Mai 2006: "Spaziergänger" gewannen Sola-Stafette. Artikel in der Print Ausgabe von ETH Life.
   - 8. Mai 2006: Der Strippenzieher. Artikel in der Online Ausgabe von ETH Life.
   - 1. Juni 2003: Wenn Mathematiker ein Hobby haben...  Artikel in der SonntagsZeitung.

Auf eigene Seiten ausgelagert wurden:
- Die Medienberichte zum Neujahrsmarathon Zürich.
- Die Medienberichte über Wahrscheinlichkeitsberechnungen beim Fussball.


run+athletics, Nr. 8, November 2006, erschienen am 30. Oktober 2006, Seiten 47-49

38.5 Zentimeter Richtung Uster

Wenn Roger Kaufmann eine Strecke - wie die 10 Kilometer beim Greifenseelauf - vermisst, kann man davon ausgehen, dass sie stimmt. Und zwar exakt. Schliesslich ist der Mann nicht umsonst Mathematiker.

Text und Bilder: Manuel Stocker

Streckenvermesser müssen früh aufstehen. Um 6 Uhr trifft sich Roger Kaufmann mit Ernst Boller, OK-Mitglied und Streckenchef beim Greifenseelauf. Auf dem kleinen Nebensträsschen abseits der Strassenbeleuchtung ist es noch finster. Regen liegt in der Luft. Und auf dem Asphalt. Am Vortag sei es viel schlimmer gewesen, sagt Roger Kaufmann. In seiner Gore-Tex-Bekleidung sieht er nicht aus wie ein Doktor der Mathematik (siehe Kasten). Muss er auch nicht, denn als Streckenvermesser sind noch ganz andere Qualitäten gefragt: Wetterfestigkeit zum Beispiel. So legte Roger Kaufmann die Eichstrecke - immerhin 300 Meter - tags zuvor im «grössten Schiff» zurück. Doch Kaufmann ist zäh wie das Stahlband, das er für die einstündige Eichtortur benutzte. Jetzt kann er darüber schmunzeln. «Es sieht so aus, als würde das Wetter heute besser werden», gibt sich der Zürcher optimistisch. Zu optimistisch darf er allerdings nicht sein. Sollte es während der Streckenvermessung zehn Grad wärmer werden, hätte Kaufmann ein weiteres Problem: Die Pneus seines Mountainbikes würden sich ausdehnen, sein Messgerät andere Zahlen herausspuken. Nicht vorzustellen, was wäre, wenn Kaufmanns persönliches Horrorszenarium einträte und er vorne einen Plattfuss einfinge. «Dann müssten wir alles nochmals machen.»

Spricht es und packt seine Sachen aus: Kugelschreiber, Taschenrechner und Thermometer. 13 Grad zeigt dieses an. Danach fährt Kaufmann die Eichstrecke viermal ab. Durchschnittlich 3483 Einheiten misst der so genannte Jones-Counter für die 300 m. Per Kabel verbunden mit einem Sensor am Vorderrad, registriert er jede Umdrehung - auch halbe und kleinere. «Auf einen Kilometer hochgerechnet, ergibt das 11 622,5 Einheiten, inklusive den Sicherheitsfaktor von 1 m», präzisiert der Spezialist. Der etwas antiquiert anmutende Jones-Counter tue nach wie vor seinen Dienst. Erst vor zwei Jahren hat ihn Roger Kaufmann übers Internet aus Kanada bestellt. Die neue 10-km-Distanz beim Greifenseelauf ist der achte Einsatz. Für Roger Kaufmann, den begeisterten Läufer mit der ansprechenden Halbmarathonbestzeit von 1:19 Stunden, eine ganz besondere Aufgabe: Seit 21 Jahren hat er keinen Greifenseelauf verpasst.

Platte Reifen und Kollisionen

Fast ebenso lange amtet Ernst Boller als Streckenchef. Bekleidet mit einer orangen Leuchtschutzweste, wartet der Volketswiler bei der Startlinie. Sein Plan sieht vor, zuerst Kilometer 1 und 2 zu vermessen. «Dann gehen wir zurück zum Ziel und machen Kilometer 10 bis 3 und zum Schluss fügen wir Kilometer 2 und 3 zusammen.» Das Unfall-Risiko hält sich somit in Grenzen: Wer nämlich beim Greifenseelauf der Ideallinie über 10 Kilometer folgen will, muss auf dem ersten und letzten Abschnitt mit Gegenverkehr rechnen. Natürlich nicht am Lauftag, da wird die Strecke für die Läufer abgesperrt. Anders bei der Vermessung. Polizeieskorten sind nur ein Thema, wenn der IAAF-Delegierte höchstpersönlich zugegen ist. So vor acht Jahren. Damals war Uster Gastgeber der Halbmarathon-Weltmeisterschaften. Doch selbst da gab es einen platten BMW-Reifen, als die Strecke im Vorfeld mit Schnur und Nägel vermessen wurde. Nach der WM wiederum folgte ein anderer Autolenker der immer noch sichtbaren blauen Ideallinie. In der Annahme, es sei die Markierung für eine Umleitung, machte er in Fällanden Bekanntschaft mit einer Hausecke.

Zahlenakrobat gefragt

An diesem Samstagmorgen hält sich der Verkehr in Grenzen. Dennoch ist Roger Kaufmann froh, kann er bei den heiklen Kreisel-Passagen mit Ernst Boller auf einen erfahrenen Vorfahrer zählen. Der 60-Jährige hat als Profi und Amateur nicht nur an vier Radquer-Weltmeisterschaften teilgenommen, sondern kennt auch jede Wurzel, jede Bodenwelle rund um das Naherholungsgebiet des Greifensees. Überdies nähert sich Ernst Boller dank seines Rennvelo-Tachometers den einzelnen Kilometern bis auf fünf Meter genau. Roger Kaufmann reicht das indes nicht. Die Nägel und die Rosa-Kilometermarkierung bringt Ernst Boller deshalb genau auf Höhe von Kaufmanns Vorderrad an. Wo es nicht geht - wie beim Naturweg zwischen Kilometer 6 und 8 - muss ein Baumstamm als provisorische Sprayunterlage herhalten. Nach zwei Stunden sind neun der zehn Kilometer vermessen. Was noch fehlt, ist der Wendepunkt zwischen Kilometer 2 und 3. Roger Kaufmann macht eine Skizze, nimmt den Meter aus dem Rucksack und rechnet im Kopf aus: «Pi mal Radius, plus das Gitter von 2 m gibt 2.95 m. Die Teilnehmer würden knapp 3 m zu viel laufen, sprich wir müssen den Wendepunkt um 1.47 m Richtung Uster verschieben.»

Mit der Recheneinlage ist Kaufmanns Job allerdings nicht getan. Zurück bei der Eichstrecke, muss er diese reglementskonform nochmals abfahren - viermal. «Um die Abweichung festzustellen», erklärt der 32-Jährige. Inzwischen steht das Quecksilber bei 14 Grad Celsius. Es tagt. Läufer kommen aus allen Himmelsrichtungen daher, erst zwei, dann vier, dann weit über ein Dutzend. «Die trainieren alle für den Greifenseelauf», kommentiert Ernst Boller. Roger Kaufmann nickt. Sollten sie die 10-km-Strecke inspizieren, hätte der Vermesser eine gute Nachricht: «Nach meinen letzten Berechnungen ist die Strecke 77 Zentimeter zu lang, wir müssen den Wendepunkt also nochmals um 38.5 Zentimeter Richtung Uster verschieben.» Ernst Boller weiss, was er in den nächsten Tagen zu tun hat.

Kasten 1:

9 Schweizer Streckenvermesser

Bis vor anderthalb Jahren gab es in der Schweiz keine ausgebildeten Vermesser für Laufstrecken. «Im April 2005 haben wir neun nationale Streckenvermesser ausgebildet», erklärt Hanspeter Feller, der beim Leichtathletikverband für die Läufe ausser Bahn zuständig ist. Am eintägigen Kurs haben die Teilnehmer Theorie und Praxis von einem vom Weltverband (IAAF) anerkannten Vermesser aus Deutschland gelernt, wie eine Laufstrecke reglementskonform vermessen wird. «Leistungen die auf einer von unseren Leuten vermessenen Strecke erzielt werden, können Aufnahme in die Jahresweltbestenlisten finden und auch allfällige Schweizer Rekorde werden anerkannt», so Feller. Einzig bei einem Weltrekord würde die IAAF eine Nachmessung vornehmen. In diesem Fall muss die Strecke von einem vom Weltverband zertifizierten Vermesser begutachtet werden. «Derzeit gibt es in der Schweiz noch niemand, der diesen Status hat», ergänzt Hanspeter Feller.

Kasten 2:

Mathematik-Genie mit Sportdienst

Zahlen und Sport - für Roger Kaufmann ist weder das eine noch das andere aus dem Leben wegzudenken. Nicht weil er als Läufer und Marathon-Veranstalter eine besondere Affinität zu Zahlen hätte. Nein, als Mathematiker, der bei einer Versicherung Risiko-Management betreibt, ist er sozusagen von Berufs wegen gezwungen, sich mit Statistiken auseinander zu setzen. Was lag da näher als Hobby und Profession zu vereinen? Daraus entstanden ist eine der «originellsten Schweizer Homepages rund um den Sport» (Sonntagszeitung). So gehörte Roger Kaufmann während und vor der Fussball-WM in Radio, Presse und Fernsehen zu den meist zitierten Personen, wenn es darum ging, die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, mit welcher die Schweizer Nati die Gruppenphase überstünde oder gar Weltmeister würde. Basierend auf dem Konzept Dynamic Financial Analysis (DFA) hat Kaufmann ein Computerprogramm namens Dynamische Sport-Analyse (DSA) entwickelt. Damit lassen sich Voraussagen zu Spielen machen, aber auch zu ganzen Meisterschaften, zumal die letzten Resultate stets in die laufenden Berechnungen einfliessen. Die Idee dazu hatte Roger Kaufmann schon früh. Bereits während der Gymnasialzeit interessierte sich der Fan des FC Zürich für die Fussballprognosen. Schliesslich wollte er wissen, ob sein Lieblingsklub die Finalrundenqualifikation frühzeitig schaffen würde.

Doch auch dem Laufsport hat sich der prämierte Doktor ETH verschrieben. 1990 entwarf er ein Programm, mit dessen Hilfe es möglich ist, die persönliche Laufzeit dank Erfahrungswerten für alle erdenklichen Distanzen zu berechnen. Im Gegensatz zu anderen Tabellen stimmen die Ergebnisse in der Mehrheit der Fälle tatsächlich. Zum Streckenvermesser hingegen wurde Roger Kaufmann eher durch Zufall. Als OK-Präsident des Zürcher Neujahrsmarathons wollte er sich bei der ersten Austragung vor zwei Jahren sicher sein, dass die Siegerzeit als offizielle Jahresweltbestleistung gewertet wird. Nun sind Streckenvermesser allerdings rar und werden im Normalfall vom nahen Ausland, vor allem aus Deutschland, eingeflogen. Da sagte sich Roger Kaufmann, das könne er selber, studierte das 200-seitige Reglement und meldete sich darauf beim Schweizerischen Leichtathletik-Verband. Acht Stecken hat er seitdem vermessen, darunter die 10-Km-Strecke beim Greifenseelauf, die dieses Jahr neben der klassischen Halbmarathon-Distanz zum ersten Mal angeboten wurde.

© run+atheltics & Roger Kaufmann 2006


Swiss Life, Intranet, 14. Juli 2006

Schweizer Firmenlauf: Swiss Life-Mitarbeitende gewinnen die Mannschaftswertungen

Am ersten Firmenlauf in Zürich haben am Donnerstagabend rund 150 Läuferinnen und Läufer aus über 20 Firmen teilgenommen. Die Mitarbeitenden von Swiss Life wurden Sieger in beiden Mannschaftswertungen - bei den Frauen und den Männern.

Von Swiss Life starteten bei den Frauen Birgit Metzger, Lucila Monroy, Lien Nguyen und Regula Ragazzi. Die Männer traten mit Daniele Gentile, Jürg Gloor, André Kägi und Roger Kaufmann an. Beide Teams glänzten mit einer tollen Leistung, woraus am Ende in der Teamwertung ein unerwartet souveräner Sieg resultierte.

In der Einzelwertung erreichten die vier gemeinsam einlaufenden Herren hinter einem Läufer der Schweizerischen Nationalbank gleichrangig den zweiten Platz. Bei den Damen sicherte sich Lien Nguyen in der Einzelwertung den dritten Platz.

Die 5,8 Kilometer lange Laufstrecke - mit Start und Ziel auf der Sportanlage Hardhof - führte entlang der Limmat, über den Fluss zurück über die Werdinsel auf die Sportanlagen des Hardhofs.

Über den Firmenlauf

Im Juli finden in mehreren Schweizer Städten zum ersten Mal Firmenläufe statt. Das Konzept der Firmenläufe hat weltweit grossen Erfolg. Neu ist, dass es nicht nur um sportliche Höchstleistungen geht, sondern um das gemeinsame Erlebnis eines Firmenteams mit mindestens vier Mitgliedern. Ziel ist die Förderung der Mitarbeitergesundheit, die Stärkung des Teamgefühls sowie die Steigerung der Mitarbeitermotivation.

Die Wertungen

Mehr Informationen zur Mannschaftswertung und zur Einzelwertung.

© Swiss Life & Roger Kaufmann 2006


Gesundheits-Tipp, Nr. 7/8, Doppelnummer Juli/August 2006, erschienen am 29. Juni 2006, Seite 20

Wie geht's?

Roger Kaufmann, 32

"Ich habe noch nie aufgegeben"

Der begeisterte Marathonläufer geht nur an den Start, wenn er weiss, dass er durchhält

Im Sommer messen sich die Marathonläufer in den Bergen. Einer der wichtigsten Wettkämpfe ist der Swiss Alpine Marathon, der am 29. Juli stattfindet. Roger Kaufmann macht mit.

Interview: Andreas Gossweiler

Roger Kaufmann, Marathonlaufen ist eine der härtesten Sportarten. Warum tun Sie sich das an?
Ich habe Freude am Laufen. Es macht mir Spass zu sehen, wie schnell ich rennen kann. Der Körper kann viel mehr leisten, als man denkt. Beim Marathon lernt man seinen Körper besser kennen. Das finde ich spannend.

Für viele Läufer bedeutet ein Marathon aber mehr Qual als Freude.
Leider sind viele zu wenig trainiert. Anfänger sollten sich nicht sofort an einen Marathon wagen, sondern mit kürzeren Läufen beginnen. Ich habe zehn Jahre lang trainiert, bevor ich meinen ersten Marathon lief.

Leiden Sie denn kein bisschen während eines Marathons?
Doch. Aber weil ich mich gut auf den Wettkampf vorbereite, wird es für mich erst kurz vor dem Ziel schwierig. Bei Anfängern ist die Luft schon in der Hälfte draussen.

Ärzte sagen, dass das Training für einen Marathon gesund sei, der Wettkampf selber aber nicht.
Das stimmt. Für das Herz ist das Laufen gut. Aber die Gelenke werden dabei stark belastet - vor allem, wenn man auf Asphalt rennt. Viele Läufer haben deshalb abgenützte Kniegelenke.

Sie auch?
Nein. Aber ich hatte vor ein paar Jahren ein Problem im rechten Bein. Der Unterschenkel verkrampfte sich beim Rennen, und der Fuss wurde gefühllos. Mein Arzt konnte mir nicht helfen. Im Internet fand ich heraus, dass dieses Problem Logensyndrom heisst. Die Muskeln im Unterschenkel hatten keinen Platz mehr in der Muskelhülle. Deshalb drückten sie die Blutgefüsse und die Nerven zusammen.

War das eine Folge des Rennens?
Ja. Ich rannte damals hundert Kilometer pro Woche, weil ich für den Gigathlon trainierte. Das ist ein besonders harter Triathlon-Wettkampf. Im Jahr 2002 dauerte er sieben Tage lang. Das war wohl zu viel.

Was haben Sie dann gemacht?
Ich hörte auf zu rennen. Aber das hat nichts genützt. Ich hatte weiterhin Schmerzen, auch im Alltag. Deshalb liess ich mich operieren. Die Ärzte haben die Muskelhülle im Unterschenkel mit einem kleinen Schnitt vergrössert. Seither sind die Beschwerden verschwunden.

Immer wieder erleiden Läufer an Wettkämpfen den plötzlichen Herztod. Sind Marathonläufe gefährlich?
Nein. Zwar starb auch beim letzten Greifenseelauf ein Läufer. Aber der Mann hatte schon früher Herzprobleme. Ein Marathon macht nicht aus einem gesunden Menschen einen Toten. Wer zum ersten Mal einen Marathon laufen will, sollte sich zuvor gründlich untersuchen lassen.

Wieviele Marathonläufe machen Sie pro Jahr?
Die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometern renne ich höchstens einmal pro Jahr. Denn der Körper braucht lange, bis er sich davon erholt. Beim Swiss Alpine Marathon können die Teilnehmer Strecken zwischen 21 und 78 Kilometern wählen. Ich werde mich auf 28 Kilometer beschränken. Das reicht. Ich möchte am Rennen Freude haben.

Ist es für Sie schlimm, wenn Sie vor dem Ziel aufgeben müssen?
Ich habe nie aufgegeben. Entweder starte ich nicht oder renne bis ins Ziel. Ich gehe nur an den Start, wenn ich überzeugt bin, dass ich es schaffe. Vor einem Jahr habe ich mir bei einem Lauf fünf Kilometer vor dem Ziel den Fuss verstaucht. Da dachte ich übers Aufgeben nach. Aber der Schmerz verging, und ich rannte bis ins Ziel.

Zur Person

Roger Kaufmann

Der 32-jährige Roger Kaufmann ist seit 20 Jahren begeisterter Läufer. Er hat hat den Zürcher Neujahrsmarathon ins Leben gerufen und ist Präsident dieses Wettkampfs. Roger Kaufmann ist Doktor der Mathematik und arbeitet bei einer Versicherungsgesellschaft. Er hat ein Computerprogramm entwickelt, das fortlaufend hochrechnet, wer Fussball-Weltmeister wird Tipp vor der WM: Brasilien (www.rogerkaufmann.ch/foot.htm).

© Gesundheits-Tipp & Roger Kaufmann 2006


Connect, Ausgabe Nr. 5, 29. Mai 2006, Porträt, Seiten 44/45

Der erste Marathon

Wer wird Fussball-Weltmeister? Das weiss auch ETH-Alumnus Roger Kaufmann nicht. Aber der Mathematiker und begeisterte Läufer kennt die Wahrscheinlichkeit, mit der die einzelnen Nationen an der WM reüssieeren werden.

von Bettina Büsser

Roger Kaufmanns Tag muss mehr als 24 Stunden haben. Auf diese Idee kommt, wer die Homepage des 32-Jährigen anschaut: Kaufmann arbeitet als Mathematiker bei der Versicherungsgesellschaft Swiss Life, ist Langstreckenläufer, OK-Präsident des Neujahrsmarathons Zürich, hat Tools entwickelt, mit denen Läufer ihre Laufzeiten berechnen können. Und er hat vor Jahren ein Programm erarbeitet, mit dem er die Wahrscheinlichkeit bestimmter Fussballresultate berechnet. Seither hat er das Programm verbessert, ausgefeilt - und ist heute für Prognosen zur Fussball-WM 2006 ein gefragter Mann.

Sein Tag beginne, so sagt Kaufmann, wie bei den meisten Leuten: Aufstehen, Frühstücken, zur Arbeit fahren. Bei der Swiss Life arbeitet er im Bereich Risikomanagement: «Wenn es darum geht, ein neues Versicherungsprodukt zu entwickeln, müssen die Produktentwickler dafür sorgen, dass das Angebot für die Kunden interessant und für unser Unternehmen rentabel ist. Als Vertreter des Risikomanagements kümmere ich mich um Fragen wie: Was geschieht, wenn sich die Zinsen nicht wie erwartet entwickeln? Wo liegt die Rentabilitätsgrenze? Dann stelle ich die entsprechenden Berechnungen an.»

Mathematik ist ihm immer leicht gefallen. Er ist sich jedoch sehr wohl bewusst, dass diese Freude nicht von allen geteilt wird: «Man liebt Mathematik - oder man hasst sie. Das hat sicher mit schlechten Erfahrungen in der Schule zu tun.» Es reize ihn, gerade denjenigen, die Mathematik deshalb nicht mögen, zu zeigen: Mathematik ist ein Weg zu einem Ziel - und macht Freude.

Während seines Mathematikstudiums an der ETH hat sich Kaufmann auf anwendungsnahe Gebiete spezialisiert: Wahrscheinlichkeitsrechnung, Statistik, Finanz- und Versicherungsmathematik. Dieses Wissen wendet er heute im beru ichen Alltag an. Doch in der Mittagspause widmet er sich oft seinem grossen Hobby Langstreckenlauf. Aus einer lauffreudigen Familie stammend, begann Kaufmann bereits mit elf Jahren mit Laufen, trainierte bald regelmässig und beteiligte sich an Wettkämpfen: «Für mich ist Laufen auch eine Möglichkeit abzuschalten. Es ist fast wie Fliegen über den Asphalt.» Fünf bis sechs Mal pro Woche trainiert er, davon viermal gemeinsam mit Kollegen: «Laufen ist ein Einzelsport, Läufer sind Einzelkämpfer. Aber im Training geht es auch darum, Sportkollegen zu treffen.»

Rund 250 Wettkämpfe hat Kaufmann mittlerweile bestritten. Mit 21 Jahren lief er seinen ersten Marathon - und mit 31 Jahren organisierte er seinen ersten Marathon. Er habe schon lange darüber nachgedacht, einen eigenen Lauf zu organisieren, denn: «Ich habe davon pro tiert, dass andere Wettkämpfe organisiert haben, und wollte etwas zurückgeben.»

Dazu kam ein besonderer Terminreiz: «Ich amüsiere mich immer, wenn im Januar von einer neuen Jahresweltbestleistung die Rede ist. Ich fand: Wenn ich der erste im Jahr bin, der einen Lauf organisiert, gibt es eine Jahresweltbestleistung.» 2004 machte sich Kaufmann ans Werk, vorerst allein.

Seit Neujahr 2005 gibt es nun den Zürcher Neujahrsmarathon, der in Schlieren gelaufen wird. Start ist genau um Mitternacht. «Dieser Lauf ist mein Baby», lacht Kaufmann: «Natürlich ist die Jahresweltbestzeit eher ein Aufhänger, auch für die Medien. Für die grosse Mehrheit steht ganz klar das Erlebnis im Vordergrund.»

Wer übrigens wissen will, wie schnell er an diesem Neujahrsmarathon laufen kann, findet auf Kaufmanns Homepage www.rogerkaufmann.ch ein Tool, mit dessen Hilfe mögliche Laufzeiten errechnet werden können. Eine Dienstleistung, die rege genützt wird. «Ein Benutzer hat mir gemailt, er komme beim Marathon nie unter eine bestimmte Zeit», erzählt Kaufmann. «Doch nachdem ihm das Berechnungstool gezeigt habe, dass er eine tiefere Zeit erreichen könne, habe er es versucht - und geschafft! Das ist doch genial!»

Kaufmann hat schon früher Mathematik und Sport zusammengeführt. Als begeisterter Fussballspieler entwickelt er als knapp Zwanzigjähriger ein Computer- Fussballgame. Und als begeisterter FCZ-Fan berechnete er die Wahrscheinlichkeit, dass sein Club gewinnen würde. Daraus entwickelte sich im Lauf der Jahre ein Programm, die Dynamische Sport-Analyse (DSA). Anhand von Ranglisten, ausstehenden Partien, Datenmaterial über die einzelnen Mannschaften und Simulationen ermittelt DSA die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Platzierung von Fussballmannschaften, sei es in der Schweizer Meisterschaft oder in europäischen Ligen. Oder es berechnet - damit wurde Kaufmann im November letzten Jahres in der Öffentlichkeit bekannt - die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Schweiz im Spiel gegen die Türkei für die WM 2006 qualifizieren wird.

Mit DSA beschäftigt sich Kaufmann «wenn ich meine neun Stunden gearbeitet habe. Das ist eigentlich der zweite Teil meines Lebens», wie er lachend sagt. Denn die Nachfrage nach seinen Berechnungen steigt ständig. Wie schneidet die Schweiz an der WM ab? Wer wird mit welcher Wahrscheinlichkeit Weltmeister? Das wollen Journalisten von ihm wissen. Momentan wird er rund zweimal wöchentlich für ein Interview angefragt.

Doch es sind nicht nur die Medien, die sich für Kaufmanns Programm interessieren. Man habe es ihm abkaufen wollen, erzählt er, aber das komme nicht in Frage: «Wenn ich es aus den Händen geben würde, könnte es ziemlich schnell auf eine Art eingesetzt werden, hinter der ich nicht stehen könnte.» Dafür berechnet er für Fussball-Finanzchefs oder Sponsoren die Chancen bestimmter Mannschaften in der Meisterschaft.

«Im Vordergrund steht für mich die Mathematik. Es ist nicht einfach eine Spielerei, es steckt seriöse Mathematik dahinter», betont Kaufmann. Mögliche Anwendungen für DSA sieht er bei allen Team-Sportarten, er kann sich sogar vorstellen, künftig seine beru iche Arbeitszeit zu reduzieren und daneben mit DSA zu arbeiten. Ein mögliches Projekt für die Credit Suisse, die Sponsorin der Euro 2008, wurde ihm bereits angeboten. Entschieden ist aber noch nichts: «Ich müsste wirklich völlig überzeugt sein, dass es gelingt. Denn ich bin ein Sicherheitsmensch, der genau wissen will, wie die Dinge stehen.»

© Connect & Roger Kaufmann 2006


ETH Life, 26. Mai 2006, Rubrik ASVZ, Seite 11

"Spaziergänger" gewannen Sola-Stafette

Fast 20'000 Füsse hetzten am 6. Mai durch die Wälder rund um Zürich. Insgesamt 687 Teams starteten bei der inzwischen 33. Sola-Stafette: Der 120 Kilometer lange Staffellauf des ASVZ ist nach wie vor die grösste Hochschul-SPortveranstaltung in der Schweiz.

Als Erster "schlenderte" nach 6 Stunden und 57 Minuten Roger Kaufmann, einer der "Brownschen Spaziergänger", über die Ziellinie im Irchelpark. Sein Läuferteam ist eine ETH-Alumni-Gruppe früherer Mathematik- und Physikstudenten und einigen Freunden, darunter Landistanz-Läufer und Nationalmannschaftsmitglied Daniel Bolt. Kaufmann selbst organisiert seit zwei Jahren den Zürcher Neujahrsmarathon. Der begeisterte Statistiker berechnet beruflich und privat Wahrscheinlichkeiten: Als gefragter Experte zum Beispiel für Resultate der Fussball-WM 2006.

Fünf Minuten nach dem Siegerteam liefen die Sola-Challengers durchs Ziel (7:03:06 Stunden), die Gewinner von 2002 bis 2004. Die Sieger des letzen Jahres, das EWZ Power Team, verweisen sie auf den dritten Platz (7:20:13 Stunden).

© ETH Life & Roger Kaufmann 2006


ETH Life, Rubrik Tagesberichte, 8. Mai 2006

Hinter den Kulissen der Sola-Stafette 2006

Der Strippenzieher

Mit 10'000 Laufenden und 600 Helfenden ist die Sola-Stafette die grösste Hochschul-Sportveranstaltung der Schweiz und Jahr für Jahr die aufwendigste Herausforderung des Zürcher Hochschulsportverbandes ASZV. "ETH Life" verfolgte die 33. Sola am Samstag einmal aus ganz anderer Perspektive und blickte mit dem Technischen Leiter Thomas Mörgeli hinter die Kulissen.

Michael Bartnik

[...] Fulminantes Ende des Sola-Laufs ist der Zieleinlauf am Abend am Irchel. Hunderte Besucher und Teammitglieder warten auf die Laufenden der letzten Etappe - alles, ohne Luft zu holen, kommentiert von zwei Moderatoren. Im «Sola-Dörfli» präsentieren sich ASVZ und Partner. Auf der Bühne werden die Sieger des Laufs geehrt: Das grosse Sola-Rössli geht an die «Brownschen Spaziergänger», eine Alumnigruppe früherer Mathematik- und Physikstudenten an der ETH (6:57:27 Stunden); gefolgt von den SOLA-Challengers (7:03:06 Stunden), den Gewinnern der Jahre 2002 bis 2004. Die Sieger des letzen Jahres, das EWZ Power Team, verweisen sie auf den dritten Platz (7:20:13 Stunden). Diese Ergebnisse sammelt das Auswertungsteam. Es liest die Daten der Sticks aus, erstellt die Ranglisten und versendet per SMS die Ergebnisse an die Teams. [...]

© ETH Life & Roger Kaufmann 2006


SonntagsZeitung, Ressort Sport/Forum, 1. Juni 2003, Seite 45

Internettipp

Wenn Mathematiker ein Hobby haben...

Wussten Sie, wer die beste Mannschaft im Schweizer NLB-Fussball zwischen 1944 und 2003 war? Es muss Sie ja nicht interessieren, war nur mal so gefragt. (Es war übrigens der FC Winterthur, der in 36 Saisons 886 Spiele absolvierte, dabei 1088 Punkte gewann und damit den FC Fribourg auf den zweiten Rang verwies.) Finden kann man diese Information (und viele andere) auf einer der originellsten Schweizer Homepages rund um den Sport. Sie ist so schlicht gehalten, wie sie heisst (www.rogerkaufmann.ch), und das erfreut nicht nur das Auge, sondern verkürzt die Ladezeiten auf ein erfreuliches Minimum. Und weil der Autor Roger Kaufmann vor allem Mathematiker ist, sind die statistischen Berechnungen das Spezielle. So hat der begeisterte Läufer Kaufmann etwa ein Programm erstellt, mit dem man mit bestimmten Erfahrungswerten seine persönlichen Laufzeiten über jede erdenkliche Distanz berechnen lassen kann. Oder aber man will Vorhersagen über den Ausgang einer Fussballmeisterschaft haben. Auch hier bietet Kaufmann Hand. Und deshalb erfahren wir, dass vor dem gestrigen und letzten Spieltag der NLA-Finalrunde immer noch GC die klar besten Aussichten auf den Gewinn des Meistertitels hatte: Die Chancen standen zu diesem Zeitpunkt nämlich 68,1 Prozent (Grasshoppers) zu 31,9 Prozent (Basel). CAN

www.rogerkaufmann.ch

© SonntagsZeitung & Roger Kaufmann 2003


Site Meter Letzte Änderung: 14. September 2011.