Unglaublich ausdauernd sind unsere 5 Gigathleten zweifellos. Während die übrigen Teams müder und müder werden, zeigen die 'greenen' Sportler immer noch konstant gute Leistungen, und klassieren sich so von Tag zu Tag weiter vorne in der Rangliste. Der bewusst vorsichtige Einstieg in diese harte Sport-Woche zahlt sich immer mehr aus. Waren es in den ersten Tagen noch Plätze um Rang 300, so konnte am Mittwoch der 167. Rang und gestern Donnerstag der 158. Rang erreicht werden. Die bisherige Krönung folgte jedoch heute: Auf den heute erschwommenen, erfahrenen und erlaufenen 118. Rang in diesem unglaublich guten Teilnehmerfeld darf man durchaus stolz sein.
Dabei hatte der Tag gar nicht so positiv begonnen: Da sich beim Gigathlon aus der Sicht der Organisatoren alles nur um die Single-Athleten dreht, wird der ganze Anlass auf diese Ultra-Sportler ausgerichtet. Darunter zu leiden haben nicht selten die tausenden von Teamsportlern. Um den Single-Gigathleten die Schwimmstrecke im Davosersee angenehmer zu gestalten, wurde den Gigathlon-Teilnehmern heute früh mitgeteilt, die Distanz werde kurzerhand von 2 km auf lächerliche 300 Meter reduziert. Und dies, obwohl das Wasser eine für diesen See ungwöhnlich hohe Temperatur aufwies! Besonders Catherine war sehr enttäuscht, dass sie sich wegen bloss 300 Metern in ihren Wetsuit zwängen musste. Doch alles der Reihe nach.
Die Mountainbiker warten auf dem Flugplatz Samedan vor wunderschöner Kulisse auf den Massenstart:
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Ausnahmsweise stand heute das Mountainbiken als erste Disziplin auf dem Programm. Der Scalettapass wartete auf die Sportler. Während die meisten Teilnehmer kaum eine Ahnung hatten, was auf sie wartete, konnte Marco davon profitieren, dass er diese Region früher schon mindestens zwanzig Mal zu Fuss erkundet hatte. Er wusste um die Schneefelder, die zu durchqueren waren, und auch darum, dass er rund eine halbe Stunde lang zu Fuss - das Mountainbike stossend und tragend - unterwegs sein würde. Gestern Abend und heute Morgen hatte er auch genügend Kalorien verschlungen, um für diese Mountainbike-Königsetappe gerüstet zu sein. Für ihn war diese Etappe bei wunderschönem Sommerwetter ein richtiger Genuss. Marco lief zu Hochform auf, und konnte im ersten Drittel des imposanten Feldes an Catherine übergeben.
Bei Catherine waren heute die Strecken von der Wechselzone ins Wasser und vom Wasser zur nächsten Wechselzone länger als die Schwimmstrecke selbst. Da auf ihrer extrem kurzen Strecke praktisch keine Zeit dazugewonnen oder verloren werden konnte, gönnte sie sich ein lockeres Crawling ohne allzu stark zu forcieren. Auf einmal wurde es aber doch noch hektisch. Plötzlich merkte Catherine nämlich, dass sich der Datachip, welcher zur Zeitmessung dient, von ihrem Bein gelöst hatte. Mit einem kurzen Wende- und Tauchmanöver konnte sie ihn jedoch gleich wieder behändigen, und steckte ihn in ihren Badeanzug. Für die Zeitmess-Anlagen war der Chip offenbar zu weit über Boden, so dass die Zwischenzeit in dieser Wechselzone nicht gestoppt werden konnte, was jedoch glücklicherweise keine Folgen (wie z.B. eine Zeitstrafe oder ähnliches) zur Folge hatte.
Als nächster wurde Raphael auf die mit 143 Kilometern längste Rad-Etappe geschickt. Zuerst musste er mit schwerer werdenden Beinen alleine gegen den Wind ankämpfen. Er tat dies jedoch mit Bravour und auch mit etwas Glück. Unter gütiger Mithilfe einer sich gerade wieder öffnenden Barriere konnte er nämlich zu einem rund 100 Leute umfassenden Feld von Radfahrern aufschliessen, und anschliessend vom Windschatten anderer Fahrer profitieren. Erst am Rorschacherberg zerfiel diese riesige Gruppe. In jenem Aufstieg wurden gewaltige Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrern bemerkbar. Nach dem Aufstieg bildeten sich wieder kleinere Grüppchen. Wiederum hatte Raphael das Glück auf seiner Seite. Als zweitletzter schlüpfte er gerade noch durch, bevor sich erneut eine Barriere senkte. Den Grossteil der verbleibenden Strecke konnte er so erneut in einer grösseren Gruppe mitfahren. Raphael bezeichnete diese Etappe als das Highlight seiner bisherigen Sport-Erlebnisse. Dank den vielen Zuschauern an der Strecke, die beim herrlichem Wetter die Strassen säumten und die Gigathleten lautstark anfeuerten, kam eine super Stimmung zustande, wie sie sonst wohl nur Sportler in einem Rennen wie der Tour de Suisse erleben dürfen.
Zur Übergabe erschien Raphael mit gut einer halben Stunde Vorsprung auf die am Morgen berechnete Marschtabelle unseres Teams. Felix war gerade am Einchecken in die Wechselzone, als im Lautsprecher bereits green.ch als eintreffendes Team gemeldet wurde. Zur Erleichterung von Raphael schaffte es Felix gerade noch rechtzeitig zur Übergabe. Unser Läufer legte in der Nähe seiner Heimat wieder los wie die Feuerwehr. Die muskulären Probleme waren mittlerweile ganz weg, und auch die sich am Vorabend andeutende Entzündung im Schienbein erwies sich als harmlos. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportlern stellte zudem das sehr heisse Wetter für Felix überhaupt kein Problem dar. Auf den letzten Kilometern konnte er zudem bei einigen heiklen Stellen (Treppe runter etc.) von seinen Ortskenntnissen profitieren, und auf dieser Strecke den sensationellen 11. Platz erlaufen!
Übergabe in Weinfelden:
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Nathalie bildete heute den Abschluss. Mit einer kämpferisch guten Leistung bei endlich einmal trockenen Bedingungen rundete sie das hervorragende Teamergebnis ab. Auch sie liess sich richtiggehend von der hervorragenden Ambiance tragen.
Nathalie nach ihrem fünften Einsatz:
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Die Stimmung im Team ist so gut wie nie zuvor. Schade, dauert der Gigathlon nur noch zwei weitere Tage. Motivierend kommt sicherlich dazu, dass unser Team heute und morgen durch seine Heimat läuft, fährt und schwimmt. An dieser Stelle geht auch noch ein herzliches Dankeschön an all jene, welche unser Team heute lautstark unterstützt haben - oder dies wenigstens versuchten (aber das wohl etwas zu schnelle Team leider verpassten). Insbesondere geht ein grosses Dankeschön an Angis Schwester, welche unser Team heute Mittag bei ihr zu Hause bekochte, sowie an Marcos Eltern, bei denen unsere Sportler für einmal Privatduschen benützen durften.
Recht enttäuscht zeigten sich unsere greenen Leute vom Gigathlon-Camp in Frauenfeld, wo diese Nacht übernachtet wird. Es ist unglaublich weitläufig, so dass die Sportler zu einer Art extra-Trainingseinheit kommen - als ob sie nicht schon genug Sport treiben würden. Apropos Sport: Betreuerin Heidi hatte heute ihren ganz persönlichen Triathlon zu absolvieren. Neben dem Fahren eines der Begleitfahreuges und dem rumrennen in den Wechselzonen kam heute das Radfahren dazu - mit Sandalen auf Raphaels Rennvelo. Inline-Skaterin Nathalie hatte sich nämlich zu Fuss zum Bahnhof aufgemacht, um frühzeitig in der Wechselzone in Weinfelden zu sein. Da jedoch Radfahrer Raphael früher als erwartet in Amriswil eintraf, entschloss man sich kurzfristig, Nathalie doch mit dem Auto nach Weinfelden zu fahren. Heidi schnappte sich kurz entschlossen Raphaels Rennrad, und raste damit Nathalie hinterher. Kurz vor dem Bahnhof konnte sie unsere Inline-Skaterin noch abfangen, und zurück zum Begleitfahrzeug holen.
Eine echte Knacknuss stellt für uns das Reglement vom morgigen Samstag dar. Nach den ersten vier Disziplinen wird die Stafette nämlich unterbrochen werden, und um 18.30 Uhr werden in Zug alle Inline-Skater gleichzeitig auf den Weg nach Luzern geschickt werden. Als Zielschluss für diese 36 Kilometer wurde 20.45 Uhr festgesetzt, was für Nathalie recht knapp werden könnte. Deshalb blieb uns nichts anderes übrig, als morgen ausnahmsweise Felix auf die Inline-Skate Strecke zu schicken. Die sehr anspruchsvolle 29 Kilometer lange Laufstrecke von Zürich nach Zug wird unsere Ironwoman Catherine übernehmen - obwohl sie seit einigen Wochen mit einer gravierenden Knöchelverletzung am Fuss zu kämpfen hat. Wahrscheinlich wird sie zudem auch die Schwimmstrecke übernehmen, denn Nathalie besitzt keinen Wet-Suit - und der ist beim Gigathlon obligatorisch.
Diskussionen im Camp in Frauenfeld / Heidi studiert den Zeitplan vom Samstag:
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Laufschuhe hatte Catherine zwar mitgenommen, ober die blieben zusammen mit weiteren Gegenständen wie die mittlerweile berühmten Schwimm-Ohrstöpsel in Davos in der Nähe der Wechselzone liegen. Kurzfristig musste deshalb noch ein Kurierdienst organisiert werden, so dass heute Abend Catherine doch noch zu einem Paar Laufschuhen kam.
Der morgige Tag bietet nochmals eine optimale Gelegenheit, um das Team in Aktion zu sehen. Von Diessenhofen führt die Strecke über Schaffhausen, Winterthur, Zürich und Zug nach Luzern. Über Unterstützung würde sich unser Team natürlich riesig freuen. Genauere Angaben zum Strecken- und Zeitplan sind wie üblich auf unserer Homepage zu finden: http://www.rogerkaufmann.ch/gigathlon.htm
Noch ein paar Worte zu den Single-Athleten: Mit 4 Frauen und 90 Männern war heute früh das Starter-Feld immer noch um einiges grösser, als man vor dem Gigathlon erwarten und befürchten musste. Die Leistung dieser Athleten ist kaum nachzuvollziehen. Jeder, der am Sonntag auf der Arteplage in Biel einlaufen wird, ist ein kleiner Held. Noch stehen allerdings zwei nicht zu unterschätzende Tage auf dem Programm. Insbesondere warten auf den Laufstrecken die beiden wohl härtesten Etappen auf die Teilnehmer.
Morgen Samstag geht's wie folgt weiter:
Start: Diessenhofen
Ziel: Luzern
Die einzelnen Disziplinen:
9km Schwimmen: Flussabwärts; entspricht ca. 3km in ruhendem Gewässer.
47km Rennvelo: Eine verdiente Erholungs-Etappe für Raphael.
58km Mountainbike: Für Marco die längste Etappe während dieser Woche.
29km Laufen: Der Albis als nicht zu unterschätzendes Hindernis.
36km Inline-Skating: Massenstart von ca. 800 Sportlern.
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Newsletter verfasst von:
Roger Kaufmann
Strecken- und Zeitpläne unter:
http://www.rogerkaufmann.ch/gigathlon.htm